Die ZHB Luzern

Objekt: Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB

Adresse: Sempacherstrasse 10, Luzern

Architekt: Otto Dreyer

Bauzeit: 1951

Restaurierung: Generalplanerteams Caretta +Weidmann mit Lussi Halter Architekten, Luzern 2018-20

Aufnahme in das Bundesinventar für Gebäude von nationaler Bedeutung:  2009

Eintragung in das Kantonale Denkmalverzeichnis: 2015

Details

Der schönste Bibliotheksneubau der Schweiz

So urteilte 1951 Albert Alois Müller, der als erster Direktor die Zentralbibliothek an der Sempacherstrasse einweihen konnte. Die Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB ist eines der Hauptwerke des modernen Schweizerischen Bibliothekbaus aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Bau des Luzerner Architekten Otto Dreyer ist aus architekturhistorischer, denkmalpflegerischer und städtebaulicher Sicht besonders schutzwürdig und bildet zusammen der Lukaskirche und dem Vögeligärtli ein einzigartiges städtebauliches Ensemble mitten in der Stadt Luzern.

Die ursprünglich neben der Jesuitenkirche geplante Bibliothek besteht aus vier, um einen Innenhof / Lesegarten angeordnete Baukörper. Diese haben unterschiedliche Gebäudehöhen und nehmen damit Rücksicht auf die Besonnung des Parks und ermöglichen eine spannende Belichtungssituation in den Haupträumen. Der mehrgeschossige Verwaltungsbau und die eingeschossigen Bibliothekstrakte sind ausgemauerte Betonskelettkonstruktionen, das Büchermagazin ein verschweister Stahlskelettbau mit 80 x 200 cm Grundrissrastermass über alle Geschosse. Diese kleinstgliedrige Tragstruktur ergab eine engmaschige Verteilung der anfallenden grossen Bücherlasten, erlaubte einen Verzicht auf die quartierübliche Pfahlfundation und ermöglichte gleichzeitig eine Kombination von Tragstruktur und Büchergestellen. Konsturktiv ist der Magazintrakt als grosses begehbares Büchergestell ausgebildet.

Der Haupteingang ist durch einen Vorbau betont, dessen obere Wandfläche ein Wandrelief des Bildhauers August Blaesi ziert und ein kräftig auskragendes Vordach Schutz bietet. Die Eingangshalle ist durch weitgehende Verwendung von Marmor festlich gestimmt. Eine doppelflügelige, nur aus Glas bestehende Tür in der Eingangsachse führt in die Bücherausgabe. Entgegen der üblichen Anordnung von Wartehalle, Bücherausgabe und Katalogsaal in drei getrennten Räumen wurden diese hier in einem einzigen grossen Saal untergebracht. Die Bücherausgabe schliesst mit ihrer Rückwand direkt an das fünfgeschossige Büchermagazin an.

Seit 2015 steht das Gebäude im Sempacherpark (im Volksmund auch «Vögeligärtli» genannt) unter Denkmalschutz. Das immer wieder geplante, mehrfach sistierte Sanierungs- und Umbauprojekt wurde bedingt durch den budgetlosen Zustand des Kantons unmittelbar vor Baubeginn im Januar 2017 erneut zurückgestellt. Am 4. Dezember 2017 startet nun wirklich das lange erwartete Bauprojekt der ZHB. In einem zweijährigen Bauprozess wird sich die vor 66 Jahren eröffnete ehemalige Studien- und Bildungsbibliothek in eine äusserlich detailgetreu sanierte, innerlich deutlich moderniserte Bibliothek wandeln.

Quelle:

Kantonales Denkmalverzeichnis und Bauinventar in http://www.geo.lu.ch/map/kulturdenkmal/

ZHB Homepage

 

About us

Daniela Burkart (*1965 in Luzern) hat sich auf Architektur- und Objektfotografie spezialisiert. Sie absolvierte ihr Grundstudium in Architektur sowie das Masterstudium in Umweltnaturwissenschaft an der ETH Zürich. An der Hochschule für Kunst und Design in Luzern machte sie den Master of Advanced Studies in Digital Design and Management und an der Schule für Gestaltung Zürich die Ausbildung zur Fotodesignerin.


Daniela Burkart
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